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Montag, 14. Januar 2013

FIFA Ultimate Team - Der Markt ist im Arsch

Bei dem Auktionshaus von FIFA Ultimate Team zeigt sich das Grundprinzip eines Marktes wenn dieser über genügend Größe verfügt: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.
Und gestern stellte ich mit Freunden fest: Der Markt ist gesättigt.

Team of the Year
Über Weihnachten und bis gestern überschwemmte man von Seiten EAs den Markt mit tollen Packs. Ohne Frage: Es war eine tolle Aktion und man wollte ja so gerne einen "Team of the Year"-Spieler. Zudem verstehe ich die Gedanken von EA total: Es war Weihnachten, viele werden sicherlich ein FIFA13 unter dem Baum gelegt haben. Dies wird sicherlich die letzte größere Rally vor der 2014er-Variante sein. Demnach kann man über das MicroPayment noch ein wenig Kasse machen.

Negative Folge ist aber der Preisverfall anderer Spieler. Ich selber interessiere mich selten für die Top-Spieler, verorte mich als Freak mit exotischeren Varianten oder ganz heimatbewusst mit der deutschen Bundesliga. Neue Spieler in den Packs gibt es nur noch selten für mich und die müssen irgendwie verkauft werden. Aber derzeit bekommt man die meisten Spieler nicht mehr an den Mann. Und wenn dann nur knapp über den Preis der aufgerufen wird beim Direktverkauf. Das Problem habe ich auch bei seltenen Spielern.

Gold-Verträge bekommt man mittlerweile für durchschnittlich 200 Münzen. Gleichzeitig schießen die Preise für die außergewöhnlichen Spieler in die Höhe, da die Mehrheit mittlerweile gute Teams hat und diese veredeln möchte. (Einen schönen Guide zur Erstellung eines guten Gold-Teams findet sich hier.)

Und was bleibt übrig? Geld regiert die Welt und wer nicht willens ist etwas auszugeben tritt gegen Ronaldo und Messi mit Helmes und Bender an.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Ooooooh - Warum sieht meine Haut gestresst aus?

Sind wir alle mal ehrlich: Bis vor kurzem wussten wir nicht, dass unsere Haut gestresst aussehen kann. Auch wenn ich bis heute nicht weiß, wie ich gestresste Haut erkenne, wird dies aber von Nivea neuerdings medienwirksam behauptet.

Augenringe, ein Zeichen für müde Haut, kannte ich aber schon. Letztlich stellt sich bei mir aber die Frage: Selbst wenn meine Haut nicht mehr müde aussieht, geht es mir persönlich doch nicht besser, oder? Ich bin doch nicht schlagartig wach, nur weil die Haut mehr glänzt. Demnach finde ich die Ooooooh-Werbung des hauptberuflichen Hautpflegemodel und nebenberuflichen Bundestrainer, Herrn Löw, recht irritierend.

Dennoch musste ich feststellen, dass die Skin Energy Serie von Nivea über After Shave, Augenroller, Feuchtigkeitsgel, Waschgel und Gesichtspflege verfügt. Natürlich am besten alles in Kombination.
Da stellt sich mir doch die Frage: Warum so ein Blödsinn?

Mich hat noch nie jemand auf gestresste oder müde Haut angesprochen. Ich habe dies auch nie mitbekommen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die muskelbepackten Bodybuilder mich morgens im Fitnessstudio mit besorgten Blick auf meine gestresste Haut hinweisen. Aber dennoch wird das Zeug gekauft! Warum? Denken Sie mal darüber nach...

Auch wird wieder Q10 eingesetzt. Wer weiß schon was das ist? Klingt aber gut. Hätte auch RX3 sein können. Aber wer rubbelt sein Gesicht schon an einen Mazda...
Q10 ist im Grunde ein Coenzym, auch Ubichinon-10 genannt, ist ein Protonen- und Elektronenüberträger und könnte demnach wirklich die Hautzellen “munter” machen. Nachweise gibt es bisher nicht. Nur dermatologische Tests, dass das Nivea-Zeug hautverträglich ist.

Aber letztlich ist es doch egal: Wir glauben was die Werbung uns erzählt. Früher war nur ich müde, nun auch noch meine Haut. Aber wenn ich die Preise für die komplette Produktserie sehe, schlafe ich lieber eine Stunde mehr. Das ist günstiger... trotz all dem “Oooooh”.



Dienstag, 1. Mai 2012

Besuch im Zoo

Am Wochenende hatte ich einmal mehr einen Zoobesuch eingelegt. Dieses Mal war es der Zoo vor der Haustür, der Berliner Zoo (am Bahnhof Zoologischer Garten, Nähe S-Bahnhof Tiergarten, nicht zu verwechseln mit dem Tierpark).
Er ist ein Anziehungspunkt für allerhand Touristen aus der gesamten Welt und Deutschland. Und damit auch ein tolles Beobachtungsfeld für die Spezies weitgereister Mensch. Jeder weiß ja eh wie ein Tiger aussieht oder der Panda. Aber weiß jemand wirklich wie der Berlinbesucher aus den Niederlanden aussieht?

Ich bin kein Athlet und mein Körperbau ist mit Sicherheit nicht den Idealmaßen der Schönheit unterworfen. Aber warum muss eine Vielzahl (gefühlt über 75%) einen Bauch vor sich herschieben? Wären es wenigstens weibliche Besucher, könnte man sich auf einen Populationsboom freuen. Jedoch sind es die Herren der Schöpfung, die ihren Reichtum vor sich hertragen.

Warum?

Abgesehen vom Ästhetischen ist es unwahrscheinlich, dass der gesundheitliche Wert vorhanden ist. Will man schlichtweg zeigen was man hat? Und ehrlich gesagt... das könnte stimmen.
Wenn man sich eine Wochenendreise nach Berlin leisten kann, ist sicherlich auch eine etwas deftigere Mahlzeit mit inbegriffen. Dennoch drängt sich mir da die Frage auf: Warum?

Sind wir in Europa so verfettet, dass diejenigen, die sich einen Zoobesuch leisten können so aussehen müssen als hätten sie ein Kapuzineräffchen verschluckt? Mich schockierte diese Anblick, da ich bisher dachte, die Mehrheit wäre in einem gesunden Zustand und nicht komplett mit Bierbauch. Oder zeichnet diese Kugel den typischen Berlinbesucher aus?
Sicher, bei der Erwartung von Curry-Wurst, Berliner Bulette, Berliner Leber und Eisbein... welch Vegetarier oder Veganer würde vor Freude hüpfen?

Ich bin schockiert und werde weiter beobachten. Denn im normalen Arbeitsleben ist mir dies nie aufgefallen. Aber vielleicht fehlt mir bisher nur das nötige Kleingeld sodass ich meine Kugel besser füttern kann.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Die Post und ich


Wer freut sich nicht über ein ankommendes Paket? Insbesondere der verstärkte Online-Handel für Computerspiele bis hin zu Schuhen lässt die Branche des Internethandels boomen. Leider erzeugt der Versand über den Zusteller Deutsche Post ab und an Frust.

Für die Vorgeschichte muss ich etwas zurückgehen in der Zeit.
Vor einem Jahr war es mir lästig ständig die Filiale der Deutschen Post zu besuchen. Es ist eine der wenigen in Deutschland verbliebenden, die nicht integriert sind im Shop-im-Shop Prinzip. Wartezeiten von über einer viertel Stunde waren aber die Regel.
Warum dann nicht die Packstation nutzen? Gute Idee, dachte ich mir und beantragte alles. Das Starterset wurde schnell versendet und ich fand den Zettel im Briefkasten, dass ich leider nicht daheim war (wie ungewöhnlich für jemanden mit Arbeit) und ich gerne das Paket in besagter Filiale abholen kann.
Freudig in der Erwartung, dass ich die Damen und Herren hinter den Schalter wohl mit meiner Entscheidung für die Packstation arbeitslos machen werde, verbrachte ich besagte 15 Minuten in der Schlange. Endlich am Zuge war das Paket da, man wollte den Ausweis sehen, aber rückte das Päckchen (Größe A4 und cirka 1cm dick) nicht raus. Begründung: Die Adresse auf Päckchen und Ausweis stimmen nicht überein. Hintergrund ist der, dass ich umgezogen aber noch nicht umgemeldet war. Leider ließ sich die Dame nicht auf die Argumentationslinie ein, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering sei, dass ein Herr mit meinem Namen an besagter Stelle mit selben Namen wie ich wohnen würde und ich dessen Empfangsnachricht stehlen würde.
Ihr Vorschlag: Neuer Zustellversuch. Wie das Schicksal es wollte war ich auch die nächsten Tage daheim. An der Tür würde man die Risiken ja minimieren können, dass ich nicht Empfänger wäre.

Leider scheint es üblich zu sein, gar nicht erst klingeln zu wollen. Statt einen grüßenden Postboten hatte ich nur die Karte im Postkasten: „Sie waren nicht da.“ Dreiste Lüge, aber dadurch hatte ich auch kein Paket. Also wieder zur geliebten Filiale, die Geschichte erneut erzählt. Dieses Mal erwischte ich einen Herren, der ganz lapidar sagte: „Da kann ich nichts machen. Auf Wiedersehen.“
Mein Leid klagte ich der Deutschen Post über ihre Kontaktformulare. Da ich zwischenzeitlich meine Ummeldung vorantrieb, bat ich um eine erneute Zustellung.

Drei Wochen später war es soweit. Wieder das Kärtchen „Sie waren nicht da.“ Wieder die lange Schlange in der Post. Und wieder die Identitätsprüfung. Aus den A4-Päckchen wurde Größe A3. Dieses Mal bekam ich es und der Inhalt war eine Karte und ein kleiner Flyer. Dies hätte man in einen Briefumschlag verpacken können, aber wer kein Porto zahlen muss, brauch auch nicht auf sowas zu achten.

Ab diesem Tag ging es mir besser. Die Packstation ist direkt vor der Tür. Pakete kamen immer schnell an. Wenn die Station mal voll war, dann biss man in den sauren Apfel und ging wieder zur Filiale. Das lange Warten war immer die Bestätigung: Das habe ich richtig gemacht.

Im Dezember scheint die Post aber in Chaos zu versinken.
Eine Sendung sollte mir zugestellt werden und ich bekam die Nachricht, dass ich mich in der Filiale X melden sollte. Durch die anstehenden Weihnachtsferien war die Filiale natürlich besonders voll. Nach 20 Minuten warten, wollte ich mein Päckchen empfangen. Doch 15 weitere Minuten später kam die Ernüchterung: Man kann mein Paket nicht finden. Ich soll mich doch bitte an der Hotline melden.
Grummelnd zog ich von dannen. Und die Hotline machte nichts Weiteres als der Herr in der Post: Alle Daten abfragen und die versprechen, dass man sich melde.
Zwei Tage später wurde eine Sendung von der Packstation in eine Filiale umgeleitet. Aber nicht in meine Filiale, die fünf Minuten von mir entfernt ist, sondern in eine Shop-in-Shop-Filiale vier Busstationen entfernt. Schnell wurde mir klar: Das könnte des Rätsels Lösung sein.
Das Problem bestand darin, die Angestellte davon zu überzeugen, dass sie auch nach dem anderen Paket suchen möge. Die dreiste Lüge meinerseits, dass sich die DHL bei mir gemeldet habe und ich bei ihr fragen soll, wollte sie mir nicht abnehmen. Dennoch wollte sie wenigstens gucken. Und siehe da: gefunden! Von der DHL habe ich bis heute nichts gehört.

Nun war dies natürlich nicht alles. Denn diese Woche erhielt ich von der Packstation die freudige Nachricht: Eine neue Sendung ist eingetroffen! Natürlich ist da wieder Freude dabei, nur war es eine komplett andere Packstation. Sicherlich war sie in derselben Stadt, aber Berlin hat das Kleinstadtimage ein wenig abgelegt. Und anstatt eine der vielen anderen Packstationen in meiner Umgebung zu nutzen, wurde ich in die sieben Kilometer entfernte geschickt.

Auch wenn die Sendung dort war, warum macht man so etwas? Soll ich mich bedanken, dass man mich nicht nach Potsdam geschickt hat?

Update: Just heute kam dann auch ein Brief von der DHL. Inhalt: Man könne mein Paket nicht finden und bittet dies zu entschuldigen. Ich solle mich an den Absender wenden. Nicht mal ein Entschuldigungsprogramm gibt es. Aber es enttäuscht mich, dass sie nicht feststellen konnten, dass ich das Paket längst abgeholt habe. Schade...

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Frustration am anderen Ende der Bewerbung


Liebe Bewerber,

wenn man ein Stellenangebot als Bürokauffrau /-mann ausschreibt und klar hineinschreibt, dass es ein junges Unternehmen ist, das die Bewerbung als E-Mail möchte, dann verzichtet bitte auf folgendes:
  • Schriftliche Bewerbungen per Post im Umfang eines Buches mit allen Teilnahmen an
  • Weiterbildungen zu FrontPage 98.
  • E-Mails ohne Text und nur mit Anhang.
  • Bewerbungen, die in Massenanfertigung nicht nur an mich, sondern auch noch an sieben andere Unternehmen gehen. [Gut zu sehen an allen Adressen, die beim Empfänger noch eingetragen sind.]
  • Die Nennung der Schreibmaschine als modernes Instrument der Büroverwaltung.
  • Schreibfehler im Firmennamen bei der man sich bewirbt.
  • Anschreiben, Lebenslauf, etc als Word-Dokument.
  • Lebensläufe, die schlecht formatiert sind und ohne Tabulator und Tabellen auskommen, aber „tabellarische Lebensläufe“ darstellen sollen.
  • Scans von Zeugnissen als *.jpeg oder noch schlimmer als *.bmp.
  • Absende-E-Mail-Adressen der Form „schnuckelhase88@domain.xx“
  • 13 einzelne pdfs für jede Seite.
  • pdf-Dateien, die bei Seite „-7“ (ja, negativ) beginnen.
Aber ganz wichtig: Ruft nicht nach einer Ablehnung an und fangt an zu weinen. Das hilft auch nicht weiter…

Es ist nicht böse gemeint, aber versetzt euch bitte in die Lage von denjenigen, den ihr anschreibt. Er hat nicht nur eure Bewerbung vor Augen. 

Und das Wichtigste: Als Bürokauffrau /-mann ist die Bewerbung mit der gesamten Kommunikation drum herum das erste Arbeitsbeispiel von euch.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Deutschland nicht mehr AAA? - Sind wir wirklich überrascht?


Quelle: Wikipedia
Da ist sie endlich. Lange hatte man darauf gewartet und nun wurde es endlich ausgesprochen: Deutschland könnte seine AAA-Bewertung verlieren.
Und plötzlich ist die deutsche Presselandschaft von Schockgeprägt und blickt ungläubig drein. Dabei konnte man in der Presse außerhalb Deutschlands und der EU schon kritische Stimmen zur Bonität der Bundesrepublik lesen. Diese leiteten sich dabei meist mit Missgunst der deutschen Rolle in der Schuldenkrise ein, aber am Ende stand immer die Frage: Warum wird Deutschland nicht hinterfragt?

Die Antwort ist ganz einfach: Man selber wirkt immer größer, wenn man von kleinen umringt ist. So geschehen bei Deutschland. Man verwechselte diesen Fakt immer mit der eigenen Stärke. Dabei stehen derzeit über zwei Billionen Euro auf der deutschen Schuldenuhr. Die Einsparvorhaben der derzeitigen Bundesregierung wurden immer weiter aufgeweicht und für ein paar Euro des Einzelnen mehr im Monat gibt man viele Milliarden im Jahr gesamt aus. Das von einer solchen Senkung ein wirklicher Impuls an die Wirtschaft ausgeht, bezweifeln nahezu alle Experten.

Aber ein Fakt wird meist außen vor gelassen. Fast immer wird so getan als hätte Deutschland nichts mit den Verschuldungen anderer Länder zu tun. Oder wäre von ihnen nicht so wirklich betroffen. Aber als Exportnation, mit einem Handelsdefizit, profitierte gerade Deutschland von solch ausgabefreudigen Ländern. Wenn dort die Wirtschaft schrumpft, gehen Absatzmärkte unter. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Bundesrepublik, da sie mit einer starken Wirtschaft rechnet. Jedoch müssen Produkte verkauft werden. Sind die Partner am Ende, dann auch Deutschland.
Es ist das Grundprinzip der Globalisierung, dass man sich vernetzt. Da kann man nicht sagen, dass einem egal wäre, was außerhalb des eigenen Landes geschehe.

Mit einem Verschuldungsgrad von ungefähr 80% des BIP steht das Land nicht gerade glänzend da. Man nimmt trotz Mehreinnahmen neue Schulden auf und erhöht sogar die Neuaufnahme. Dies ist widersinnig, wenn man bei europäischen Partnern darauf drängt, dass gespart werden solle. Dann kommen die Sicherheiten für die diversen rettungsschirme hinzu. Eine allgemeine Verschlechterung der Umgebung führt demnach folgerichtig zu einer Verschlechterung der Lage von Deutschland. Das ist einfach zu verstehen.
Darüber hinaus hat die Bewertung von AA+ nur die Aussage, dass man nicht so sicher sein Geld zurückerhält als Anleger wie bei einem AAA-Land… wären da nicht die Beschlüsse aus Basel.

Aber die deutsche Politik und die Medienlandschaft benötigen einen Weckruf. Ich hoffe, dass diese reine Ankündigung der Absenkung der Bonitätsbewertung schon ausreicht. Die Rating-Agenturen sind die Boten, die Probleme im eigenen Haus. Nur wenn man immer die Augen verschließt, dann sieht man sie auch nicht; und kann überrascht sein über solche „neuen“ Nachrichten.

Mittwoch, 16. November 2011

Luft zum Atmen


Nun haben wir also Rechtsextremismus.
Das Existieren einer solchen Gruppierung, die scheinbar munter durch Deutschland eine Mord-Tournee inszenieren konnte, ist hat mich umgehauen. Dies war überraschend. Weniger überraschend dagegen ist die reflexartige Reaktion der Politik. NPD-Verbot, Umstrukturierung des Geheimdienstes und es als Terrorismus zu benennen.

Wie schnell etwas Terrorismus genannt wird, konnte man bei den Brandanschlägen gegen die Deutsche Bahn vor ca. einen Monat sehen. Der normale Konsument hat dieses Ereignis schon verdrängt, da ein Monat für Nachrichtenformate eine zu lange Zeit ist. Aber auch dort wurde der Begriff des Terrorismus herangezogen und sogar der Vergleich mit der RAF bemüht. Forderungen nach Vorratsdatenspeicherung, stärkeren Kontrollen, mehr Befugnisse für Polizei und andere Dinge wurden schnell laut.
Wenig anders sah dies bei den Autobränden in Berlin aus. Politisch motiviert sollen alle diese gewesen sein. Linker Terror überziehe die Hauptstadt. Mehr Polizei, Kampf gegen Linksextreme und dergleichen waren in aller Munde. Hat es jemand mitbekommen? Nachdem der mutmaßliche Haupttäter gefasst wurde, reduzierte der scheidene Innensenator Erhart Körting den Anteilpolitisch motivierter Autobrände auf 25%. Aber diese Ereignisse sind eh viel zu lang her. Wer will sich daran oder an deren Folgen erinnern.

Zusammengenommen ist in diesem Jahr so viel passiert. Aber es fehlt die Zeit es zu verarbeiten. Dies liegt aber nicht nur an den aufregenden Zeiten, sondern auch an die überspitzte Aufregung.
Wenn man jeden Sachschaden als Terror bezeichnet, dann ist die Stufe höher einer durch Deutschland ziehenden Mordbande schwer zu vollziehen. Aber es folgen die üblichen Verdächtigen: Vorratsdatenspeicherung, höhere Sicherheit, Verbote. Nur um die Forderung der Bundeswehr im Inneren ist es merkwürdig still geworden.

Medien sollen berichten. Aber sie skandalisieren oftmals so sehr, dass man überreagiert. Man suggeriert, dass der Bürger sofort Reaktionen verlangt; und die Politik folgt ihnen dabei treu doof. Insbesondere beim aktuellen Fall ist bisher kaum etwas aufgeklärt. Es ist ein Skandal, dass jemand über so viele Jahre sein Unwesen treiben konnte. Aber bevor man Schlüsse ziehen kann, müssen Hintergrund geklärt werden. Nur so kann man gewährleisten, dass es nicht wieder vorkommt. Stattdessen überschlägt man sich mit Forderungen und überbietet sich gegenseitig mit Sicherheitsvorschlägen.
Nur gut, dass die Medien mit Sicherheit in ein paar Wochen den nächsten Fisch an der Angel haben. Dann ist dies hier fast vergessen, aber die Forderungen kommen erneut; gekleidet im anderen Hintergrund.

Freitag, 28. Oktober 2011

Warum ist dort eine Überwachungskamera?

Ich war längere Zeit meiner großen Liebe, der Stadt Leipzig, fern geblieben. Fast zwei Jahre blieb ich fern und vor ein paar Wochen erfolgte das Widersehen. Sicherlich fühlte ich mich teilweise fremd. Neue Baustellen überall, z.B. der Umbau der Blechbüchse. Dafür war die Großbaustelle City-Tunnel weiterhin präsent.

Als ich mit einer Freundin in einem Café in der Gottschedstraße saß, fiel mir plötzlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite etwas auf. Angebracht an dem sehr zerfallen aussehenden Plattenbau klebte eine Überwachungskamera. Irritiert fragte ich nach, ob die sich vermehrt hätten in meiner Abwesenheit. Die Antwort fiel knapp und präzise aus: "Man nimmt sie nach der Zeit nicht mehr wahr. Aber es sind sehr viele in Leipzig."

So wurde mir ein weiteres Mal bewusst, dass Leipzig in Sachsen liegt. Ein Fakt, den ich in meiner Einfältigkeit sehr gerne verdrängt habe. Umso erstaunlicher finde ich den Vorstoß der örtlichen Grünen. Sie fordern, dass mehr auf die Kameras hingewiesen werden müsste.
Dies ist für mich eine sehr komische Ansicht, spiegelt aber auch die Hilflosigkeit wider mit der man in der dortigen Politik agiert. Das Problem ist sicherlich weniger das Hinweisen, sondern die übertriebene Überwachung.

In der LVZ gibt der örtliche Polizeisprecher zu, dass es zu einer Verlagerung der Kriminalität kommen könnte. Dafür könne man aber Handtaschendiebstähle besser aufklären.
Na, wenn sich dann der Aufwand nicht gelohnt hat...

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Rauswurf zum Thema Autobahn

Der Abbruch der Rot-Grünen-Koalitionsgespräche nach nicht einmal einer Stunde wirkt wie der Rauswurf von Eva Herman... irgendwie gestellt... und wieder ist das Thema: Autobahn.




Donnerstag, 22. September 2011

Aktion und Reaktion

Mahnende Worte zum Auftakt seines Deutschland-Besuchs: Papst Benedikt XVI. hat in einer Ansprache am Schloss Bellevue die Gleichgültigkeit gegenüber der Religion beklagt. Der Glaube sei Grundlage für ein "gelingendes Miteinander" in der Gesellschaft.
(Spiegel.de)
Ahja... Die Grundlage für ein "gelingenes Miteinander" in der Gesellschaft ist Toleranz, Rücksichtsnahme und gesellschaftliches Denken. Religion ist nur ein Zubrot, da es Personen mit einem bestimmten Interesse (hier: Religion) verbindet und ihnen Raum zum Austausch bietet.

Aber jeder überschätzt seine eigene Wirkung. Warum dann nicht auch die Religionen?

Freitag, 16. September 2011

Eishockey-Profis beim Arbeitsamt?

Es ist ein Artikel, der mich verwundert die Augen reiben ließ. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt über normale Verträge in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Interessanterweise wird dort berichtet, dass fast alle Spieler nur acht oder neun Monate im Jahr angestellt sind. Die restlichen Monate sind sie arbeitslos gemeldet und erhalte demzufolge Arbeitslosengeld.

Man kommt also zum Schluss, dass die teuren Profis, genau wie die minder teuren, im Sommer vom Staat bezahlt werden. Und der Höchstsatz beim Arbeitslosengeld liegt bei 2.250 EUR. Dies ist natürlich für den normalen Verbraucher oder Arbeitslosen eine ordentliche Summe Geld.
Selbst wenn es nur im Vergleich zur Gesamtbevölkerung wenige Eishockeyspieler gibt, so ist dies eine Praxis, die moralisch zweifelhaft ist. Selbst "Argumente", dass dies jeder so macht und kleine Vereine sich dies sonst nicht leisten könnten, erinnert mich an dreistes Verhalten von Arbeitgeber möglicher Aufstocker. Da kam es immer wieder vor, dass er Arbeitgeber einen sehr niedrigen Lohn bezahlte, aber selbst im Bewerbungsgespräch darauf hinwies, dass man den Restbetrag über das Arbeitsamt beziehen kann. Bei den Anträgen würde man schon helfen.

Darüber hinaus ist es wenig nachvollziehbar, ob ein Spieler, der im Jahr 100.000 oder 200.000 EUR erhält dazu noch mehr Geld bekommen muss. Und nicht jeder Spieler verdient in diesen Maßen. Dennoch ist der Spieler nicht vermittelbar. Wer stellt denn jemanden ein, der zwei oder drei Monate nur arbeiten kann?

Auch wenn das Verhalten sicherlich rechtlich nicht anfechtbar ist, könnte es sich zu einem Imageproblem der Liga entwickeln. Warum ist es nicht möglich zwölf Monate den Vertrag laufen zu lassen? Dabei ist es egal, ob der Spieler mehr Geld verdienen will oder der Verein nicht so viel zahlen möchte. Letztlich bindet man die Spieler über Jahre.

Dienstag, 13. September 2011

Der Papst in Berlin? - whatthefuck.blogsport.de

Der Papst kommt nach Berlin. Das ist bekannt. Auch ist bekannt, dass nicht jeder dies positiv sieht. Auf dem Blog whatthefuck.blogsport.de wird dazu gebloggt, Veranstaltungen aufgezeigt und allerhand "unchristliches".

Montag, 12. September 2011

NPD - Lieber verschweigen?


Wie umgehen mit Demonstrationen rechter Parteien und Vereinigungen?

Es ist eine schwere Frage, denn man hat auf der einen Seite hat man das Gefühl ein Gegenzeichen zu setzen und auf der anderen einen klar definierten Rechtsstaat.
Leider wird man mittlerweile das Gefühl nicht los, dass die Gegendemonstranten eher als Problem angesehen werden. Jene, die versuchen ein Zeichen gegen die rechte Szene zu setzen werden zunehmend behindert, ausgespäht und nicht informiert.

Der Hintergrund sind manche gewalttätigen Übergriffe der linksautonomen Szene. Diese ruiniert damit einen guten Ruf derjenigen, die mit Anstand gegen Parteien wie die NPD kämpfen wollen. Ihnen soll nicht ungehindert das Feld überlassen werden, aber die Polizei macht es ihr nur schwerer.

An diesen Sonntag verlegte die NPD kurzerhand ihre „Wahlveranstaltung“ auf den Alexanderplatz. Dies war der Polizei gut bekannt, aber sie schwieg überdiesen Fakt. Damit hatte die rechte Partei einen geschickten Schachzug vorgelegt. Die Gegendemonstration fand auf einem gut geräumten Alexanderplatz kaum statt und in der öffentlichen Wahrnehmung konnte man als Tourist schnell der Auffassung erliegen, dass es sich um eine besonders schützenswerte Art handle.
Erst Samstagabend fielen Passanten die vielen Absperrgitter auf dem Alexanderplatz auf, aber für eine umgehende Information an alle möglichen Gegendemonstranten war die Zeit zu knapp, trotz moderner Kommunikationsmedien.
So twitterte die Berliner Linke nur:
(@dielinkeberlin) paar Nazis sind am Alex. Ca. 70 kommen mit der U5 #NPD #linke #Berlin
Dieses Verhalten steht aber in einer Reihe von Punkten, die der Gegendemonstration nicht gesonnen sind. In Dresden wurden massenhaft Mobilfunkdaten gespeichert und prominente Gegendemonstranten angezeigt.

Hat der Staat um seine V-Männer Angst? Oder warum der besondere Schutz?

Freitag, 19. August 2011

Annonymes Schweigen - Kaffee im Büro

In deutschen Büros gehört die Kaffeemaschine zum Inventar wie der Computer. Zu wichtig ist das schwarze Gebräu für den Gemütszustand der Angestellten. Man kann sich morgens an einer gut gefüllten Tasse festhalten oder nachmittags neue Motivation antrinken.

Dazu muss man in vielen großen Unternehmen an einen eigens angeschafften Automaten seinen Kaffee „ziehen“. Oftmals gegen Bezahlung, wobei die Firmenkarte gerne auch diese Funktion mit unternimmt.
In kleinen und mittleren Unternehmen ist es aber meist üblich, dass die Firma eine Kaffeeküche samt Kaffeemaschine stellt. Ob der Kaffee selber dann gesponsert wird vom Chef, oder ob man selber diesen mitbringen muss, ist egal. Die Hauptsache heißt: KAFFEE!